Job-Abbau bei Swatch? Nick Hayek kritisiert Medienbericht

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«Schleichender Niedergang»Job-Abbau bei Swatch? Nick Hayek kritisiert Medienbericht

Swatch stellt sich gerne als verantwortungsvoll dar, baut laut NZZ aber Hunderte Stellen ab. Das sei eine Unterstellung, kontert CEO Nick Hayek.

Nach den schwachen Quartalszahlen betonte Swatch, auf Entlassungen zu verzichten.
Nun schreibt die NZZ aber, dass Swatch in den letzten Jahren diskret Hunderte Stellen abgebaut habe.
Das stimme so nicht, kontert Swatch-Chef Nick Hayek.
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Nach den schwachen Quartalszahlen betonte Swatch, auf Entlassungen zu verzichten.

20min/Simon Glauser

Swatch: Darum gehts

  • Swatch habe tausend Vollzeitstellen abgebaut, rund 800 davon seien Temporärangestellte in der Produktion gewesen.

  • Trotzdem spreche die Gruppe davon, auf Entlassungen zu verzichten, so die NZZ.

  • Was die Zeitung schreibe, sei nicht seriös, kontert Swatch-Chef Nick Hayek.

Gewinn und Umsatz der Swatch-Gruppe sind stark eingebrochen, vor allem im Uhren- und Schmuckbereich. Im Halbjahresergebnis sprach Swatch dennoch von einem «Verzicht auf Entlassungen» – obwohl das Unternehmen laut NZZ tausend Vollzeitstellen abgebaut hat.

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«Swatch baut diskret tausend Stellen ab»

Die Swatch-Gruppe stelle sich gerne als verantwortungsvolle Arbeitgeberin dar, bei der die Gewinne und die Entwicklung des Aktienkurses zweitrangig seien, schreibt die NZZ in ihrer Printausgabe. Nach den schwachen Quartalszahlen betonte Swatch, auf Entlassungen zu verzichten.

Nach den schwachen Quartalszahlen betonte Swatch, auf Entlassungen zu verzichten.

Nach den schwachen Quartalszahlen betonte Swatch, auf Entlassungen zu verzichten.

20min/Simon Glauser

Die NZZ äussert nun Zweifel an dieser Aussage: Swatch habe tausend Vollzeitstellen abgebaut, etwa 800 davon seien für Temporärangestellte in der Produktion gewesen. Im Jahr 2014 habe es bei der Gruppe 2000 Vollzeitstellen mehr gegeben als Ende vergangenen Jahres. «Swatch baut diskret tausend Stellen ab», so das Fazit der NZZ.

Nachfrage nach Luxusgütern sinkt

Ein Grund für das Minus bei Swatch ist die gesunkene Nachfrage nach Luxusgütern in China und Südostasien. Auch die geopolitischen Konflikte sollen eine wichtige Rolle spielen: Laut Swatch sind viele europäische Einzelhändler verunsichert und halten sich darum mit Bestellungen zurück, um nicht zu hohe Lagerbestände zu haben.

NZZ spricht von «schleichendem Niedergang»

Die Zeitung spricht von einem «schleichenden Niedergang» – Konkurrenten von Swatch hätten in den letzten zehn Jahren Stellen geschaffen. So beschäftige etwa die Richemont-Gruppe 17 Prozent mehr Angestellte als noch vor zehn Jahren, Luxusgüter-Gruppen wie LVMH, Hermès oder Kering hätten gar Tausende Menschen eingestellt.

Nick Hayek widerspricht

Swatch-Chef Nick Hayek widerspricht der Darstellung der NZZ: Es gebe kein diskretes Abbau-Programm – es handle sich um ganz normale Schwankungen bei der Anzahl der Mitarbeitenden. «Natürlich ersetzen wir in bestimmten Bereichen Stellen, wenn jemand gekündigt hat, nicht sofort mit neuen Mitarbeitern», sagt Hayek auf Ajour.ch.

Was die NZZ schreibe, sei nicht sehr seriös, kontert Swatch-Chef Nick Hayek die Vorwürfe.

Was die NZZ schreibe, sei nicht sehr seriös, kontert Swatch-Chef Nick Hayek die Vorwürfe.

IMAGO/Panthermedia

«Es ist eine Unterstellung und nicht sehr seriös, bei einem Konzern, der weltweit über 33'000 Mitarbeitende hat, 0,7 Prozent Veränderung im Personalbereich als ‹diskretes Abbauprogramm› zu bezeichnen», sagt Hayek. Mit dem Rückgang im ersten Halbjahr nehme die Nachfrage nach temporären Arbeitskräften bei Swatch ab, das sei normal, so der CEO.

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